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Pressemitteilung
September 2003

ifb-Familienreport Bayern 2003

Das Staatsinstitut für Familienforschung veröffentlicht mit dem ifb-Familienreport Bayern 2003 neueste Daten zur Situation der Familie im Freistaat. Die Ergebnisse werden am 17.9.2026 durch die bayerische Familienministerin, Christa Stewens, und den Leiter des ifb, Prof. Dr. Blossfeld, erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Demnach gab es im Jahr 2001 in Bayern 1,96 Mio. Familienhaushalte, d.h. Haushalte, in denen Eltern mit ihren Kindern zusammenleben. Diese Zahl ist in Bayern seit 30 Jahren weitgehend konstant, während für die alten Bundesländer insgesamt ein Rückgang zu verzeichnen ist. Bei 82% der Familienhaushalte in Bayern leben beide Eltern im Haushalt, 18% sind Alleinerziehende.

Die Anzahl der Geburten ist auch in Bayern weiter rückläufig: 2001 wurden nur 115.964 Kinder geboren, das waren rd. 20.000 weniger als zehn Jahre zuvor. Nachdem sich die Geburtenziffer nunmehr seit fast 30 Jahren unterhalb des Bestandserhallungsniveaus bewegt, muss aufgrund dieser demographischen Entwicklung mit einem weiteren Einbruch der absoluten Geburtenzahlen in den nächsten Jahren gerechnet werden. Dabei steigen Zahl und Anteil der nichtehelichen Geburten langsam, aber stetig an: Die Quote betrug 1990 10%, während heute etwa jedes fünfte Kind im Freistaat Bayern nichtehelich geboren, wird. Dies ist insbesondere im Vergleich zu den neuen Bundesländern, wo fast jedes zweite Neugeborene unverheiratete Eltern hat, eine recht geringe Quote. Parallel dazu ergab sich eine Zunahme nichtehelicher Lebensgemeinschaften, von denen es inzwischen rund 287.000 in Bayern gibt. In diesen Haushalten leben im Vergleich zu früher immer häufiger Kinder. Der Anteil von unverheirateten Paaren mit Kind(ern) stieg in den letzten sechs Jahren von 20 auf rd. 25 %.

Die Scheidungszahlen sind zwischen 1998 und 2001 nochmals angestiegen, so dass der Anteil der Ehen, die durch Scheidung aufgelöst werden, von 35 auf 37,4% kletterte. Dabei sind in zunehmendem Maße Kinder von der Scheidung ihrer Eltern betroffen.

In immer mehr Familien sind auch die Mütter berufstätig: Der Trend ist bei Müttern zwischen 25 und 45 Jahren ganz besonders ausgeprägt: Ihre Erwerbsbeteiligung nahm um mehrere Prozentpunkte zu (von 64,7% im Jahr 1998 auf 70,0% im Jahr 2001). Das berufliche Engagement vollzieht sich vor allem im Rahmen von Teilzeitstellen. Insbesondere solange kleine Kinder oder mehrere Kinder zu betreuen sind, nehmen viele Mütter nur Teilzeitbeschäftigungen wahr. Diese Form der Arbeitsteilung wird vor allem im Rahmen der Ehe realisiert, da hier eine Absicherung durch den Ehepartner gewährleistet ist. Alleinerziehende Mütter weisen eine spürbar niedrigere Teilzeitquote auf als verheiratete Frauen.

Die monatlichen Nettoeinkommen der Familien liegen in Bayern insgesamt über den Einkommen in den übrigen Bundesländern. Dies gilt auch dann, wenn man nach verschiedenen Haushaltsformen (z.B. nach Alleinerziehenden, Ein- und Zwei-Kind-Familien) getrennt vergleicht. Allerdings zeigt die Betrachtung von sogenannten Äquivalenzeinkommen, welche die Personenzahl gewichtet berücksichtigen, gravierende Unterschiede: Relativ niedrige personenbezogene Einkommen erzielen Alleinerziehende und kinderreiche Familien, wohingegen kinderlose Paare, Paare mit nur einem Kind und Alleinlebende die höchsten relativen Wohlstandspositionen erreichen.

Bayern ist das Bundesland mit der niedrigsten Sozialhilfedichte, hier kamen Ende 2000 auf 1.000 Einwohner nur 17 Sozialhilfeempfänger. Die größte Gruppe unter den Sozialhilfehaushalten stellen alleinerziehende Mütter mit minderjährigen Kindern, diese machen in Bayern 25% aller Bedarfsgemeinschaften aus.

Familien ausländischer Herkunft müssen häufiger Sozialhilfe beantragen als deutsche Familien. Dies hängt damit zusammen, dass diese Familien überdurchschnittlich oft zu den sog. kinderreichen Familien gehören und dass ausländische Frauen eine geringere Erwerbsbeteiligung aufweisen als deutsche Frauen.

Im Jahre 2002 wurden in Bayern für familienpolitische Leistungen im engeren Sinn rund 705 Millionen Euro ausgegeben, das sind rund 200 Mio. mehr als vor zehn Jahren. Die finanziellen Aufwendungen des Landes für Familien sind vor allem aufgrund des Ausbaus der Kinderbetreuung und des Landeserziehungsgeldes seit Mitte der 1990er Jahre erheblich gestiegen.
Im Zuge der Realisierung des Gesamtkonzepts zur kind- und familiengerechten Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen sollen bis zum Jahr 2006 insgesamt 30.000 neue Kinderbetreuungsplätze eingerichtet werden. Ziel ist es, den Eltern die Wahlfreiheit zu sichern zwischen der persönlichen Betreuung ihrer Kinder unter (teilweisem) Verzicht auf eigene Erwerbstätigkeit und der Verknüpfung von Familientätigkeit und Erwerbstätigkeit bei Entlastung durch eine qualifizierte Kinderbetreuung.

 

Zum Weiterlesen:

Kurzfassung der Ergebnisse

Erwerbsbeteiligung der bayerischen Frauen im Bundesvergleich am höchsten

Projektbeschreibung und pdf.-Dateien


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