| ifb-Familienreport
Bayern
Ähnlich wie die Familienberichte des Bundes hat dieses Projekt
die Zielsetzung, in regelmäßigen Abständen über
die Lage der Familien im Freistaat Bayern zu berichten. Das Staatsinstitut
für Familienforschung an der Universität Bamberg setzt
die Berichterstattung kontinuierlich fort.
Die aktuelle Ausgabe finden Sie unter:
Gegenstand der Untersuchung
Familienberichterstattungen auf Länderebene sind zunehmend
wichtig, um dem steigenden Bedarf an differenzierten Informationen
über die Situation und den Wandel von Familienformen bei Politik,
Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft gerecht zu werden. Der
ifb-Familienreport Bayern bietet eine kontinuierliche und zeitnahe
Bestandsaufnahme der aktuellen Situation der Familien im Freistaat.
Daneben werden auf der Basis von Zeitreihen aber auch längerfristige
Entwicklungen und Tendenzen beobachtet und dokumentiert. Dies soll
dazu dienen, mögliche Problemkonstellationen frühzeitig
erkennen zu können und neue Anforderungen an familienpolitische
Maßnahmen abzuleiten.
Nach Erscheinen des ersten ifb-Familienreports Bayern 2000 und der
Erstellung eines Tabellenbands als ausführliches Nachschlagewerk
über wichtige Strukturdaten, wurden in der Zwischenzeit sowohl
eine Aktualisierung der Strukturdaten vorgenommen als auch ein neuer
thematischer Schwerpunkt vertiefend behandelt. Als Schwerpunktthema
für den zweiten ifb-Familienreport Bayern 2003 wurde die sozio-ökonomische
Situation der Familien ausgewählt. Die Darstellung der sozio-ökonomischen
Situation der Familien im Freistaat Bayern umfasst im wesentlichen
die Erwerbsbeteiligung, die Arbeitsmarktsituation, die Einkommensverteilung
und den Sozialhilfebezug von Familien. Neben einer allgemeinen Beschreibung
der Einkommens- und Wohlfahrtspositionen verschiedener Familienformen
werden typische Problemkonstellationen herausgearbeitet, um so Hinweise
auf mögliche präventive Maßnahmen zu geben.
Methodik
Die Datendokumentation der ifb-Familienreporte basiert auf der
kontinuierlichen Sichtung und Auswertung verschiedener Datenquellen:
amtliche Statistik (statistische Jahrbücher, Fachserien), Mikrozensus,
Gebäude- und Wohnungszählung, Rechtspflegestatistik (Familien-sachen),
Jugend- und Altenhilfestatistik, Schulstatistik, Sozialhilfestatistik,
Wohngeldstatistik. Dazu kommen statistische Analysen des Sozio-ökonomischen
Panels (SOEP), des Allbus, des DJI-Familiensurveys sowie eigener
Erhebungen aus dem Datenbestand des ifb.
Ausgewählte Ergebnisse
Die Geburtenzahlen stiegen in den 1950er und bis Mitte der 1960er
Jahre in Bayern (wie im gesamten früheren Bundesgebiet) steil
an. Den Höhepunkt erreichte dieser sogenannte "Babyboom"
im Jahr 1964 mit 185.326 Geburten. In der Folgezeit gingen jedoch
die Geburtenzahlen drastisch zurück, unter anderem aufgrund
der breiten Anwendung von Methoden zur Schwangerschaftsverhütung.
Im Jahr 1978, also nur 14 Jahre nach dem Höhepunkt des Babybooms,
wurde mit 106.145 Geburten in Bayern die bislang niedrigste Zahl
der Nachkriegszeit registriert.
Ab Mitte der 1980er Jahre wurden wieder zunehmend mehr Kinder geboren.
Diese Entwicklung erreichte 1990 mit 136.122 Lebendgeborenen einen
Höhepunkt. Seitdem geht die Anzahl der Geburten im Freistaat
Bayern wieder zurück, sie lag für das Jahr 2001 bei 115.964
Geburten.
Entwicklung der Geburten in Bayern:
1960 bis 2001
In der Geburtenrate bezogen auf 1.000 Einwohner lag Bayern im Jahr
2000 mit einem Wert von 9,9 deutlich über dem Bundesdurchschnitt
(9,4) und im Vergleich der Bundesländer auf Platz drei hinter
Baden-Württemberg (10,3) und Niedersachsen (10,0).
Resümee
Die Familienberichterstattung ist ein zentrales Instrument der
Politikberatung, das über soziale Entwicklungen, aktuelle Lebensbedingungen
und mögliche Problemfelder umfassend und rechtzeitig informiert.
Der "ifb-Familienreport" liefert sowohl
wichtige Strukturdaten über familienbezogene Entwicklungen
als auch eine wissenschaftlich fundierte Interpretation dieser Trends
sowie einen prospektiven Ausblick. Die bisherige Nachfrage bestätigt,
dass diese Informationen dem Bedarf der Praktiker und Politiker
entgegenkommen und der Report in der Praxis erfolgreich eingesetzt
wird. Um den Informationsbedarf auch künftig zu decken, ist
die Berichterstattung auf Dauer angelegt. Eine überarbeitete
Version des Reports mit neuen Themenschwerpunkten wird etwa alle
drei erscheinen und soll Entwicklungstrends und die Wirkung familienpolitischer
Maßnahmen protokollieren.
Weitere Veröffentlichungen:
ifb-Familienreport-Bayern
2000, ifb-Materialienband Nr. 6-2000.
ifb-Familienreport-Bayern
2000 Tabellenband, ifb-Materialienband
Nr. 6.1-2000.
Projektinfo
Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für
Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen
Laufzeit: fortlaufend
Projektleitung: Dipl.-Soz.
Harald Rost (Tel. 0951/96525-18)
Projektbearbeitung: Dr.
Tanja Mühling (Tel. 0951/96525-23)
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