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Ifb-Familienreport 2003 · Kurzfassung
ausgewählter Ergebnisse
Der "ifb-Familienreport
Bayern 2003" spiegelt die aktuelle Situation der Familien im
Freistaat Bayern wider. Ähnlich wie die Familienberichterstattung
des Bundes hat er die Zielsetzung, über die Lage der Familien
im Freistaat Bayern zu berichten. Er beinhaltet sowohl wichtige
Strukturdaten, die über aktuelle und längerfristige Entwicklungen
informieren, als auch ausgewählte thematische Schwerpunkte,
die spezielle aktuelle Themen oder Probleme der Familien behandeln.
Ergänzt werden die Angaben punktuell durch Quervergleiche mit
anderen Bundesländern und der Bundesrepublik insgesamt. Um
dem Anspruch, auch langfristige Entwicklungen aufzuzeigen, gerecht
zu werden, beinhaltet der Familienreport in weiten Teilen neben
aktuellen Daten auch Zeitreihen, die Veränderungen der letzten
drei Jahrzehnte dokumentieren und Auskunft über das Verhalten
verschiedener Altersgruppen geben können. Zur Einordnung und
Interpretation von Wandlungsprozessen der Familie bedarf es einer
soliden Datenbasis, die fundiert und umfassend über Strukturdaten
von Haushalten und Familien über eine größere Zeitspanne
informiert. Zielsetzung des "ifb-Familienreports Bayern 2003"
ist es, den Informationsbedarf der Politik, der Verwaltung, der
Verbände und der Wissenschaft zu decken. Neben einer Bestandsaufnahme
der Situation von Familien in Bayern zeigt er insbesondere Entwicklungslinien
auf, aufgrund derer mögliche Problemkonstellationen erkannt
und neue Anforderungen an familienpolitische Maßnahmen abgeleitet
werden können.
Die Familienhaushalte in Bayern
Zahlen und Strukturen
Im Jahr 2001 gab es in Bayern 1,96 Mio.
Familienhaushalte, d.h. Haushalte, in denen Eltern mit ihren Kindern
zusammenleben. Diese Zahl ist in Bayern seit 30 Jahren weitgehend
konstant, während für die alten Bundesländern insgesamt
ein Rückgang zu verzeichnen ist.
Der Anteil der in Familienhaushalten lebenden Personen an der Gesamtbevölkerung
ist in den letzten drei Jahrzehnten kontinuierlich von 67,5 % im
Jahr 1970 auf 63,4 % im Jahr 2001 zurückgegangen. Dies ist
im wesentlichen auf die Zunahme der Einpersonenhaushalte und Ehepaare
ohne im Haushalt lebende Kinder zurückzuführen.
Gleichzeitig ist der Anteil von Haushalten, in denen keine Kinder
(mehr) leben, an allen Haushalten von 48,1 % auf 59,5 % angestiegen.
Darin zeigt sich auch die Alterung der Gesellschaft: Die Zahl der
Einpersonenhaushalte mit älteren verwitweten Personen steigt
beständig.
Die Pluralität der Lebensformen nimmt in Bayern wie auch in
den anderen Bundesländern zu: Die Zahl der Ehepaare ohne Kinder
im Haushalt, der Alleinerziehenden und nichtehelichen Lebensgemeinschaften
steigt beständig.
82 % der Familienhaushalte in Bayern sind Zwei-Eltern-Familien,
18 % Ein-Eltern-Familien.
Die wachsende Zahl von Alleinerziehenden (von 139 Tsd. im Jahr 1970
auf 254 Tsd. im Jahr 2001) resultiert zum einen aus dem Anstieg
der Scheidungen, bei denen zunehmend Kinder betroffen sind. Zum
anderen nimmt auch die Zahl von nichtehelichen Geburten kontinuierlich
zu.
Die Zahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften hat von 218 Tsd.
Im Jahr 1995 auf 287 Tsd. im Jahr 2001 zugenommen, das entspricht
5,1 % der bayerischen Haushalte. Darunter sind 69 Tsd. nichteheliche
Lebensgemeinschaften mit Kindern, d.h. in 24 % von ihnen wachsen
Kinder auf.
Eheschließungen
und Ehescheidungen in Bayern
Die Zahl der Eheschließungen
hat in Bayern, ebenso wie in den alten Bundesländern insgesamt,
seit Beginn der 1960er Jahre abgenommen. Ein deutlicher Rückgang
ist insbesondere in den letzten zehn Jahren zu verzeichnen, von
74.387 im Jahr 1990 auf 60.226 im Jahr 2001.
Die Zahl der Erstehen geht zurück,
sie macht nur noch zwei Drittel aller Eheschließungen aus.
Dafür steigt die Zahl der Wiederverheiratungen kontinuierlich.
Es wird nicht nur immer seltener, sondern auch immer später
geheiratet. Das durchschnittliche Alter bei der ersten Eheschließung
lag in Bayern 2001 bei 28,7 Jahren für die Frauen und 31,7
Jahren für die Männer. Im Jahr 1970 lag dieser Wert noch
bei 25,8 für die Männer und 23,2 Jahren für die Frauen.
Wie in den anderen Bundesländern nimmt auch in Bayern die Zahl
der Ehescheidungen stark zu. Im Jahr 2001 wurden 28.347 Ehen geschieden.
Davon waren 22.985 minderjährige Kinder betroffen. Die Zahl
der Scheidungen und die der davon betroffenen Kinder hat sich in
den letzten 20 Jahren verdoppelt.
Die meisten Scheidungen finden nach 5 bis 6 Ehejahren statt, aber
auch lang andauernde Ehen werden immer häufiger geschieden.
Generatives Verhalten
Die Anzahl der Geburten ist auch in Bayern weiter rückläufig.
Die Geburtenziffer lag für 2001 bei 1,37, 1970 lag Sie noch
bei 2 (d.h. 200 Geburten auf 100 Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren).
Nachdem die Geburtenziffer nunmehr seit fast 30 Jahren auf niedrigem
Niveau ist, muss aufgrund dieser demographischen Entwicklung mit
einem weiteren Einbruch der Geburten in den nächsten Jahren
gerechnet werden.
Dementsprechend ist auch die Größe der Familien rückläufig:
Der Anteil der Familien mit drei und mehr minderjährigen Kindern
im Haushalt liegt seit einem Jahrzehnt nur noch bei 13 %.
Die Anzahl an nichtehelichen Geburten steigt seit 1975 beständig.
Ihr Anteil an allen Lebendgeborenen lag im Jahr 2001 bei 19,4 %,
d.h. etwa jedes fünfte Kind im Freistaat Bayern wird nichtehelich
geboren. Noch 1990 lag dieser Anteil bei 9,9%.
Familiengründungen finden immer später statt: Bayerische
Mütter waren im Jahre 1970 bei der Geburt ihres ersten ehelichen
Kindes im Durchschnitt 25 Jahre alt, für 2001 lag der Wert
bereits bei 29,2 Jahren.
Die Familienhaushalte in Bayern
- aktuelle Trends im Überblick
(Zusammenfassung kurzfristiger Veränderungen seit dem letzten
ifb-Familienreport 2000)
·Die absolute Zahl an Haushalten, in denen Kinder leben,
blieb in den letzten Jahren unverändert bei knapp 2 Millionen,
wohl aber geht der Anteil der in Familienhaushalten lebenden Personen
an der Gesamtbevölkerung weiter zurück. Er liegt derzeit
bei 56 %.
Innerhalb der Familienhaushalte ist die starke Zunahme der Ein-Eltern-Familien
in den letzten Jahren auffallend. Insbesondere zwischen 1998 und
2001 gab es nochmals einen steilen Anstieg ihrer Anzahl. Dies resultiert
aus der wachsenden Zahl an ledigen und geschiedenen Alleinerziehenden.
Weiterhin deutlich ansteigend ist die Zahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften,
von denen es inzwischen rund 287.000 in Bayern gibt. Dabei steigt
auch die Zahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften mit Kindern.
Durch die deutliche Zunahme von Einpersonenhaushalten und von kinderlosen
Ehepaaren hat sich in den letzten drei Jahren insgesamt die Zahl
der Haushalte vergrößert, in denen keine Kinder (mehr)
leben.
Die Zahl der Eheschließungen ist weiterhin stark rückläufig:
Im Jahr 2001 ließen sich nur noch 60.228 Paare trauen. Damit
wurde der niedrigste Stand seit 1987 erreicht. Ersteheschließungen
nehmen anteilsmäßig noch stärker ab, da immer mehr
Ehen Wiederverheiratungen sind.
Ersteheschließungen werden nicht nur immer seltener, sie erfolgen
auch immer später. Das durchschnittliche Erstheiratsalter hat
sich mit 28,7 Jahren für die Frauen und 31,7 Jahren bei den
Männern im Jahr 2001 nochmals erhöht.
Die Scheidungszahlen sind zwischen 1998 und 2001 nochmals stark
angestiegen, zur Zeit werden 37,4 % aller Ehen durch Scheidung aufgelöst.
Auch sind immer mehr Kinder von der Scheidung ihrer Eltern betroffen.
Die Anzahl der Geburten ist in den letzten drei Jahren nochmals
deutlich zurückgegangen und hat mittlerweile den niedrigsten
Stand seit 1985 erreicht, im Verhältnis zur Bevölkerungszahl
sogar den niedrigsten Wert seit dem Beginn des Beobachtungszeitraumes
(1960).
Der Anteil nichtehelich Geborener an allen Lebendgeborenen hat sich
seit 1998 nochmals deutlich erhöht. Seit 1990 hat sich diese
Quote mehr als verdoppelt.
Ausgewählte
Aspekte der sozioökonomischen Situation von Familien in Bayern
Fokus 1: Familie und Erwerbstätigkeit
· In Deutschland sind insgesamt 58,8 % aller Frauen im Erwerbsalter
berufstätig (Stand: 2002). Bayern weist mit 63,2 % (Stand:
2002) die höchste Frauenerwerbstätigenquote unter allen
deutschen Bundesländern auf. (Es ist darauf hinzuweisen, dass
im Rahmen der amtlichen Statistik Personen, die sich im Erziehungsurlaub
bzw. in Elternzeit befinden, generell als erwerbstätig eingestuft
werden.)
Die Erwerbsbeteiligung von Frauen ist um so niedriger, je jünger
ihre Kinder sind und je mehr Kinder sie haben (z.B. liegt die Erwerbstätigenquote
von verheirateten Frauen, deren jüngstes Kind zwischen drei
und sechs Jahren alt ist, bei 63,3 %; wenn das jüngste Kind
hingegen zwischen 15 und 18 Jahren alt ist, gehen 76,7 % einer Erwerbstätigkeit
nach). Dieser Zusammenhang gilt sowohl für Frauen, die mit
ihrem Ehemann zusammenleben, als auch für allein erziehende
Mütter. Allerdings liegt in Bayern die Erwerbstätigenquote
der allein erziehenden Frauen (durchschnittlich 77,1 %) durchwegs
über der von verheirateten Müttern (durchschnittlich 67,7
%).
Bei den Müttern zwischen 25 und 45 Jahren ist in Bayern in
den letzten Jahren ein weiterer Anstieg der Erwerbsbeteiligung um
mehrere Prozentpunkte (von 64,7 % im Jahr 1998 auf 70,0 % im Jahr
2001) festzustellen.
Frauen arbeiten besonders oft auf Teilzeitstellen, wenn sie kleine
Kinder oder mehrere Kinder zu betreuen haben. Die Teilzeitquoten
der bayerischen Mütter, die nicht mit einem Partner zusammenleben,
sind deutlich niedriger als diejenigen der verheirateten Frauen.
Während von den allein erziehenden Müttern, die berufstätig
sind, nur 32,1 % eine Wochenarbeitszeit von max. 20 Stunden haben,
trifft dies auf 51,9 % der verheirateten berufstätigen Mütter
zu.
Meistens sind heute bei den Ehepaaren mit Kindern beide Elternteile
erwerbstätig (in Bayern im Jahr 2001: 60 %), der Vater üblicherweise
in Vollzeit und die Mutter in Teilzeit oder geringfügig. Bei
27,1 % ist der Ehemann allein und bei 5,0 % die Ehefrau allein erwerbstätig.
Bei den verbleibenden 7,9 % der Ehepaar-Familien sind beide Elternteile
erwerbslos bzw. Nichterwerbspersonen.
Fokus 2: Weitere Aspekte der sozioökonomischen
Situation von Familien
Einkommens- und Verbrauchsstrukturen
Die monatlichen Haushaltsnettoeinkommen liegen in Bayern insgesamt
über den Einkommen, die von den verschiedenen Haushaltstypen
in den übrigen Bundesländern im Durchschnitt erzielt werden.
Während beispielsweise Alleinerziehende in Bayern im Jahr 2000
durchschnittlich ein absolutes Haushaltsnettoeinkommen von 3.895
DM hatten, verfügten Ein-Eltern-Familien in den übrigen
alten Bundesländern lediglich über 3.325 DM.
Die Gesamteinkommen der Familien sind höher als die Einkommen
der kinderlosen Haushalte. So bezogen im Jahr 2000 Paare mit Kindern
unter 16 Jahren durchschnittlich 5.249 DM und Paare ohne Kinder
im Haushalt verfügten über ein Haushaltsnettoeinkommen
von 4.468 DM.
Ein anderes Bild ergibt sich jedoch bei der Betrachtung von personenbezogenen
Einkommen: Relativ niedrige personenbezogene Einkommen erzielen
in Bayern, aber auch im übrigen Deutschland, Alleinerziehende
(2.239 DM) und kinderreiche Familien (2.097 DM), wohingegen kinderlose
Paare (3.114 DM), Paare mit nur einem Kind (2.811 DM) und Alleinlebende
(2.660 DM) die höchsten relativen Wohlstandspositionen erreichen
(Stand: 2000).
Für den Lebensunterhalt von Alleinerziehenden mit mehr als
einem Kind spielen Sozialhilfe sowie Unterhaltszahlungen des anderen
Elternteils eine relativ bedeutende Rolle.
Alleinerziehende geben,
verglichen mit den anderen Haushaltsformen, den höchsten Anteil
ihres Einkommens für privaten Verbrauch aus.
Vermögensbildung und Verschuldung
·Die bayerischen Haushalte investieren höhere Anteile
ihrer Gesamtausgaben (durchschnittlich 31 %) in den Vermögensaufbau
als dies in den alten Bundesländern insgesamt (durchschnittlich
27 %) der Fall ist.
Paare mit Kindern setzen bei der Vermögensbildung in erster
Linie auf den Kauf von Immobilien. Alleinerziehende leisten hingegen
überdurchschnittlich hohe Einzahlungen auf Sparbücher
sowie in Lebensversicherungen. Aktien und Wertpapiere werden v.a.
von allein lebenden Männern und von Paaren, in deren Haushalt
keine Minderjährigen leben, beim Vermögensaufbau genutzt.
Verglichen mit dem übrigen früheren Bundesgebiet befindet
sich der Anteil der Haushalte mit Bruttogeldvermögen in Bayern
bei allen Familien- und Lebensformen auf einem hohen Niveau (Bayern:
95,2 % / früheres Bundesgebiet: 92,2 % der Haushalte; Stand:
1998).
Zugleich bestehen auch innerhalb Bayerns deutliche Unterschiede
zwischen den Haushaltstypen: 98 % der bayerischen Paare mit Kindern
haben in irgendeiner Form Geldvermögen, wohingegen nur 86 %
der Ein-Eltern-Familien (überwiegend niedrige) Sparguthaben
o.ä. besitzen.
Die bayerischen Privathaushalte sind zu einem geringerem Anteil
mit Konsumentenkrediten belastet als dies in Westdeutschland durchschnittlich
der Fall ist. Beispielsweise haben nur 19,9 % der bayerischen Paare
mit Kindern Schulden, wohingegen im früheren Bundesgebiet insgesamt
25,0 % dieses Haushaltstyps betroffen sind.
Paare mit Kindern sind häufiger verschuldet (19,9 %) als Paare
ohne Kinder (13,0). Am häufigsten haben Alleinerziehende Konsumentenkredite,
in Bayern sind fast 24 % dieser Familien davon betroffen.
Haushaltsausstattung
Alleinerziehende verfügen zwar auch in Bayern seltener als
andere Familien über einen Wagen, jedoch ist der Abstand zu
den übrigen alten Bundesländern sehr ausgeprägt:
85,4 % der in bayerischen Ein-Eltern-Familien lebenden Menschen
können ein eigenes Auto nutzen, während dieser Anteil
im restlichen Westdeutschland nur bei 68,7 % liegt.
Im Vergleich verschiedener Lebensformen sind Familien am häufigsten
mit Computern ausgestattet. In Bayern besitzen zwei Drittel der
Paare mit Kindern (65,7 %) und über die Hälfte der Ein-Eltern-Familien
(52,8 %) zu Hause einen PC. Demgegenüber sind Computer eher
selten in Haushalten, in denen keine Kinder leben, also in Einpersonenhaushalten
(28,0 %) und bei Paaren ohne Kinder im Haushalt (34,0 %).
Was den Besitz von Mobiltelefonen betrifft,
liegen Familien deutlich vor den anderen Lebensformen. Allerdings
besteht hinsichtlich der Ausstattung mit Handys wiederum ein großer
Abstand (in Bayern von 15 Prozentpunkten) zwischen Alleinerziehenden
und Paaren mit Kindern.
Familien in wirtschaftlichen Notlagen.
In Deutschland gehörten Ende 2000
33 von 1.000 Einwohnern zu den Empfängern von laufender Hilfe
zum Lebensunterhalt. Bayern ist das Bundesland mit der niedrigsten
Sozialhilfedichte, hier kamen 2001 auf 1.000 Einwohner nur 18 Sozialhilfeempfänger.
Innerhalb Bayerns gibt es den höchsten Anteil an Sozialhilfeempfängern
in Mittelfranken (26 pro 1.000 Einwohner), vergleichsweise niedrig
ist dagegen die Sozialhilfedichte in Schwaben und Niederbayern (jeweils
14 pro 1.000 Einwohner).
Die größte Gruppe unter den Sozialhilfehaushalten sind
Ein-Eltern-Familien mit minderjährigen Kindern. Diese machen
in Bayern 25 % der Bedarfsgemeinschaften aus, obwohl ihr Anteil
an allen Haushalten nur knapp 5 % beträgt.
Familien befinden sich überwiegend für einen eher kürzeren
Zeitraum in der Gruppe der HLU-Empfänger, z.B. wenn nach einer
Trennung bzw. Scheidung oder der Geburt eines Kindes vorübergehend
eine schwierige finanzielle Situation eingetreten ist. Die mittlere
bisherige Dauer der Hilfegewährung liegt in Bayern insgesamt
bei 36,1 Monaten; Alleinerziehende erhalten demgegenüber seit
durchschnittlich 23,3 Monaten und Ehepaare mit Kindern seit durchschnittlich
15,4 Monaten Sozialhilfe.
Familien ausländischer Herkunft müssen häufiger Sozialhilfe
beantragen als bayerische Familien insgesamt (6,1 % der Haushalte
mit ausländischer Bezugsperson vs. 2,1 % aller Haushalte).
Für die wirtschaftliche Situation von Familien ausländischer
Herkunft ist u.a. von Bedeutung, dass diese Familien überdurchschnittlich
oft zu den sog. kinderreichen Familien gehören und dass ausländische
Frauen eine geringere Erwerbsbeteiligung aufweisen als deutsche
Frauen.
Zufriedenheit mit
verschiedenen Lebensbereichen
In Bayern sind Paare ohne Kinder mit dem Haushaltseinkommen am zufriedensten
und Alleinerziehende am wenigsten zufrieden. Die durchschnittliche
Zufriedenheit mit dem Haushaltseinkommen ist in Bayern höher
als im übrigen Bundesgebiet.
Auch hinsichtlich ihres Lebensstandards weisen Alleinerziehende
einen schwächeren Grad an Zufriedenheit auf als Menschen in
den übrigen Lebensformen. Jedoch sind die in Bayern lebenden
Menschen unabhängig von ihrem Haushaltstyp zufriedener mit
ihrem Lebensstandard als die Bewohner der anderen Regionen Deutschlands.
Mit ihrer Arbeit sind Alleinerziehende gleichermaßen zufrieden
wie die Befragten, die in anderen Haushaltsformen leben.
Gegenüber Familien mit zwei Elternteilen sind Alleinerziehende,
die kleine Kinder haben, mit den vorhandenen Möglichkeiten
der Kinderbetreuung weniger zufrieden.
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