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Möglichst maßgeschneiderte Lösungen

Work-Life-Balance Projekt des ifb in Bamberg möchte Führungskräfte zu mehr Familienfreundlichkeit bewegen


Zwei Stündchen mit dem Firmenrechner vernetzt zu arbeiten, während der Nachwuchs seinen Mittagsschlaf hält, wäre eigentlich eine feine Sache. An langen Horttagen mehr Stunden zu schaffen, um an kurzen Tagen den Schreibtisch früher zu räumen, würde bestimmt die Nerven schonen. Sich stundenweise den Job mit der netten Kollegin zu teilen, bis die Babypause um ist, hätte sicherlich auch Vorteile. Doch der Chef stellt sich quer: Telearbeit, Arbeitszeitkonten oder gar Job-Sharing kommen ihm nicht in die Firma. Was kümmern ihn Stresspegel und Lebenszufriedenheit der frischgebackenen Mütter und Väter in der Arbeitnehmerschaft. Doch genau das sollte den Boss interessieren: "Mittlerweile ist klar erwiesen, dass familienfreundliche Maßnahmen dem Unternehmen einen großen betriebswirtschaftlichen Nutzen bringen", erklärt Harald Rost, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Staatsinstituts für Familienforschung an der Universität Bamberg (ifb). Der Diplom-Soziologe ist Leiter des vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen unterstützten Projekts "Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit", das sich gezielt an Führungskräfte in Wirtschaft und Organisationen wendet: "Denn während die Politik bereits eine breite Palette an Möglichkeiten zur Work-Life-Balance von jungen Familien bietet, bleiben manche der von uns befragten Unternehmer zögerlich bei deren Umsetzung in die Praxis", fasst Rost ein Ergebnis des auf drei Jahre angelegten Projekts zusammen. Als Hauptgrund geben die Führungskräfte die Scheu vor den Kosten an, die vermeintlich den Nutzen nicht aufrechnen. Manche Chefs, vor allem in kleineren und mittleren Betrieben sind zudem, so konnte das ifb zeigen, einfach schlecht informiert. Um den Verantwortlichen in Wirtschaft und Behörden die Notwendigkeit und die Vorteile einer familienfreundlichen Firmenpolitik darzulegen, legte das ifb zunächst eine Broschüre auf (die auch als interaktive CD-Rom erhältlich ist), in welcher der wissenschaftliche Forschungsstand dokumentiert und ein Überblick guterprobter familienfreundlicher Maßnahmen vorgelegt wird. In einem zweiten Schritt wurden im Rahmen einer "best practice"-Analyse 24 beispielhafte familienfreundliche Betriebe in Bayern vorgestellt, mit dem Ziel, dass diese anderen Unternehmen zum Vorbild dienen.


Beide Informationsmodule stellten die Wissenschaftler allen deutschen Industrie- und Handelskammern als Werkzeug zur Weiterbildung von Führungskräften zur Verfügung. In einer dritten Projektphase begleitete das ifb das Dienstleistungsunternehmen BI-LOG AG und die NürnbergMesse GmbH wissenschaftlich bei der Einführung familienfreundlicher, innerbetrieblicher Maßnahmen. Begleitend wurde an der Universität Bamberg eine Studie zur Familienfreundlichkeit der Universität durchgeführt. "Unsere Ergebnisse aus der Evaluation zeigen, dass es den einen Weg zu einer optimalen Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit nicht gibt", resümiert Harald Rost. "Neben allgemein zugänglichen Informationen zur Vereinbarkeitsproblematik müssen den Unternehmen und Organisationen letztendlich spezifische Hilfestellungen gegeben werden, um möglichst maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln." Um Führungskräfte aus Wirtschaft und Verwaltung bei ihren Bemühungen in Richtung Familienfreundlichkeit zu unterstützen, gibt es die Quintessenz des Work-Life-Balance Projekts des ifb nun auch als Broschüre.



Ansprechpartner:
Dipl. Soziologe Harald Rost

Tel. 0951-9652518

Bezugsadresse der Broschüre:
Staatsinstitut für Familienforschung
an der Universität Bamberg (ifb)
Heinrichsdamm 4
96047 Bamberg

Weitere Informationen im Internet:
http://ifb-bamberg.de/aktuelles.htm