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Familie hoch im Kurs
Seit langem stellen wissenschaftliche Studien fest, dass Familie
unverändert eine außerordentliche Hochschätzung
in der bundesdeutschen Bevölkerung genießt. Dies belegen
einmal mehr die Ergebnisse eines Forschungsprojektes zur Wertschätzung
der Aufgaben und Leistungen von Familien, die das Staatsinstitut
für Familienforschung an der Universität Bamberg (ifb)
jetzt veröffentlicht. Die eigene Familie wird auch heute als
wichtiger und zentraler Lebensbereich eingeschätzt und Kinder
zu haben wird als Bereicherung des Lebens erachtet. Wenngleich bei
Befragten, die minderjährige Kinder haben, die Hochschätzung
am ausgeprägtesten ist, gilt dies auch für junge kinderlose
Menschen. Diese positiven Einstellungen stehen in deutlichem Kontrast
zum tatsächlichen Verhalten, denn Geburtenraten sinken. Die
Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist schon seit längerem
zu beobachten. Sie geht ganz wesentlich auf die zunehmende Bedeutung
des Berufes - auch für Frauen zurück. Durch die Aufwertung
von Beruf und Arbeit tritt dieser in Konkurrenz zur Familie. Es
entsteht ein Spannungsfeld zwischen beiden Lebensbereichen, da es
vielen junge Menschen schwierig erschient, beides in Einklang zu
bringen.
Breite Anerkennung finden die Leistungen, welche Familien für
unsere Gesellschaft erbringen: In der Familie werden gesellschaftliche
Werte weitergegeben, sie steht für Solidarität und enge
Beziehungen und sie trägt zum allgemeinen Wohlstand bei. Was
Familien in diesem Zusammenhang leisten, wird nach dem Dafürhalten
der Befragten der ifb-Studie noch immer zu wenig geachtet und auch
zu wenig unterstützt.
Familie-haben geht deshalb ganz eindeutig mit Nachteilen einher.
Und die Auswertungen von Frau Dr. Mühling zeigen eindeutig,
dass Nachteile und Schwierigkeiten, die durch das Kinder-haben entstehen,
vor allem von Hochqualifizierten wahrgenommen werden - dem Personenkreis,
der ja auch am seltensten Kinder bekommt.
Was also muss Seitens der Politik getan werden, um die Entscheidung
für Kinder und das Familienleben zu erleichtern?
Ein Knackpunkt ist eindeutig die Verbesserung der Vereinbarkeit
von Familie und Beruf - diese Problematik ist ein Dauerbrenner,
für den noch immer keine wirklich befriedigende Lösung
gefunden wurde. Wahrscheinlich wird auch deshalb in der Studie der
Familienpolitik kein sehr gutes Zeugnis ausgestellt. Einen Beitrag
zur Verbesserung der Situation könnte der Ausbau außerfamilialer
Kinderbetreuungsmöglichkeiten leisten. Dabei stehen sowohl
Angebote für Kleinkinder, flexiblere Lösungen wie auch
mehr Betreuung für Schulkinder oben auf der Wunschliste.
Ansprechpartnerin:
Dr. Tanja Mühling
Telefon: 09 51 / 9 65 25-23
FAX: 09 51 / 9 65 25-29
e-mail:tanja.muehling @ifb.uni-bamberg.de
Veröffentlichung:
ifb
- Materialien Nr. 4-2003:
Vaskovics, Laszlo, A./ Mühling, Tanja: Wertschätzung der
Aufgaben und Leistungen von Familien und Bewertung familienpolitischer
Maßnahmen
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