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Weiterbildungsprogramm für Führungskräfte zum Thema "Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit"

Berufstätigkeit und Familie "unter einen Hut" zu bringen, ist nicht ganz einfach aber für immer mehr Paare ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung für oder gegen Nachwuchs. Die niedrigen Geburtenzahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor die meisten jungen Menschen sich Kinder und Familie wünschen. Gleichzeitig wollen viele Frauen wie auch die meisten Männer nicht auf eine befriedigende Berufstätigkeit verzichten. Und obwohl die staatlichen Maßnahmen (wie die Elternzeit) für beide Elternteile gewährt werden, ist das Vereinbarkeitsproblem bislang hauptsächlich ein Problem der Mütter. Untersuchungen zeigen, dass zwar die Akzeptanz der Erziehungszeit durch die Mütter sehr hoch ist, es aber nach wie vor Schwierigkeiten beim beruflichen Wiedereinstieg gibt. Diese treten vor allem dann auf, wenn sie nach der Erziehungszeit ihr Arbeitspensum reduzieren wollen. Noch erheblich komplizierter ist es für Väter, hier eine befriedigende Lösung zu finden. Für sie scheint es generell ganz schwierig zu sein, im Beruf zurückzustecken oder gar eine Pause zugunsten der Familie einzulegen. So sind nur 1,5 Prozent der Erziehungszeit Nehmenden Väter. Als Hürden werden vielfach fehlende Akzeptanz in den Betrieben und die Angst vor beruflichen Nachteilen gesehen.

Es wird jedoch immer deutlicher, dass ohne aktive Mitwirkung der Betriebe und innerbetriebliche Lösungen dieses Problem nicht gelöst werden kann. Die Führungskräfte der Wirtschaft stehen diesem Problem gegenüber nicht einheitlich und ambivalent gegenüber. Manche Firmen haben bereits mit innerbetrieblichen Lösungen in Form von Modellmaßnahmen reagiert, andere suchen nach auf ihren Betrieben zugeschnittenen "besten Lösungen", wieder andere sehen keinen Handlungsbedarf.

Ziel dieses Forschungsprojekts des Staatsinstituts für Familienforschung an der Universität Bamberg (ifb) ist es nun, die neuen Herausforderungen der Vereinbarkeitsproblematik von Familie und Beruf aufzuzeigen und Lösungsansätze, die bereits erfolgreich in der Praxis umgesetzt worden sind, zu präsentieren.

Im Hinblick auf die Wünsche und Lebenspläne junger Menschen sollte eine konfliktfreiere Vereinbarkeit von Familie und Beruf künftig sowohl familienpolitisches Ziel als auch Ziel im Eigeninteresse der Unternehmen sein. Familienpolitische Maßnahmen des Staates erweisen sich als hilfreich, es wird jedoch immer deutlicher, dass ohne die aktive Mitwirkung der Privatwirtschaft dieses Problem nicht gelöst werden kann, da oftmals einer konfliktfreieren Vereinbarkeit von Familie und Beruf innerbetriebliche Hürden im Wege stehen.

Und dafür sprechen gute Gründe: Aufgrund der demographischen Entwicklung wird ein deutlicher Rückgang der deutschen Bevölkerung in den nächsten Jahren prognostiziert. Konstant niedrige Geburtenzahlen seit drei Jahrzehnten führen zu einer Alterung der Gesellschaft. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die Arbeitskräfte: Das Erwerbspersonenpotenzial wird erheblich schrumpfen und der Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften wird sich deutlich verschärfen. Niedrige Geburtenziffern stellen somit auch ein Problem für Wirtschaft dar und die Rekrutierung, Bindung und Motivation der Arbeitskräfte werden für die Unternehmen zukünftig immer wichtiger.

Es gibt inzwischen mehrere Maßnahmen bzw. Modellvorhaben zur besseren Vereinbarkeit von Elternschaft und Erwerbstätigkeit und zur familienfreundlichen Gestaltung der Arbeitswelt. Zum Teil wurden diese auch schon erprobt und in einigen Betrieben erfolgreich umgesetzt. Diese Modelle sind jedoch im Kreis von Führungskräften aus Wirtschaft und Verwaltung noch zu wenig bekannt. Oftmals fehlt diesen auch das nötige Verständnis für die Problematik insbesondere wenn es die Väter betrifft.

Dieses Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Laszlo A. Vaskovics und Dipl.-Soz. Harald Rost soll aufzeigen, welche Lösungen für das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit diskutiert und welche bereits praktiziert werden. Es stellt familienfreundliche Maßnahmen vor, die auf der betrieblichen Ebene bereits erfolgreich umgesetzt wurden. Dabei handelt es sich beispielsweise um flexible Arbeitszeiten, Unterstützung bei der Kinderbetreuung, aber auch um eine familienbewusste Unternehmensphilosophie und Personalpolitik. Ein wichtiges Anliegen des Projekts ist es, die positiven Wirkungen familienfreundlicher Maßnahmen aufzuzeigen und auf deren zunehmende Notwendigkeit hinzuweisen. Die Führungskräfte sollen über die bereits praktizierten innerbetrieblichen Lösungen umfassend informiert werden, über neue Lösungen beraten und auf diesem Wege motiviert werden, sich für Maßnahmen in ihren Betrieben einzusetzen. Dazu ist eingangs eine umfassende Information über Vereinbarkeitsmodelle, deren Möglichkeiten und Chancen erforderlich. Dies soll durch eine Integration der Thematik in die allgemeine Weiterbildung für Führungskräfte erfolgen.

Das Informationsmodul "Familienfreundliche Maßnahmen", das als ein erster Baustein des Projekts zu verstehen ist, weist auf die aktuelle Problematik hin, zeigt auf, welche Lösungen für das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf diskutiert werden und stellt familienfreundliche Maßnahmen und Modelle vor, die auf der betrieblichen Ebene bereits umgesetzt wurden. Die Informationsbroschüre kann über das ifb bezogen werden.

Das Projekt wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, und Frauen.

Ansprechpartner: Dipl.-Soz Harald Rost
Telefon: 0951/9652518
E-Mail: