|
Familienbezogenes Einkommensmonitoring
Gegenstand der Untersuchung
Mit dem familienbezogenen Einkommensmonitoring soll ein Instrument
geschaffen werden, welches die Einkommenssituation von Familien
in verschiedenen Phasen und die Veränderung der Einkommen dauerhaft
beobachtet und analysiert. Eine weitergehende Ziel-setzung ist die
Nutzung dieses Instruments als Basis für die Simulation der
Auswirkungen sozial- und insbesondere familienpolitischer Maßnahmen
auf die Einkommenssituation von Familien.
Das Projekt gliedert sich in zwei Teilstudien. Die erste Studie
"Familienbezogenes Einkom-mensmonitoring - Konzepte und Daten"
wurde Anfang des Jahres 2004 abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden
in den ifb-Materialien Nr. 8/2003 veröffentlicht. In einem
Anschlussprojekt wird aufbauend auf diesen Vorarbeiten ein Simulationsmodell
entwickelt, mit dem die Wirksamkeit ausgewählter familienpolitischer
Maßnahmen analysiert werden kann.
1. Familienbezogenes Einkommensmonitoring - Konzepte und Daten
Im Rahmen dieses Projektes wurde ein systematischer
Überblick über theoretische und methodische Fragen und
Voraussetzungen für ein familienbezogenes Einkommensmonitoring
erarbeitet. Den Ausgangspunkt dafür bildet die Erarbeitung
eines umfassenden und detaillierten Einkommenskonzeptes (vgl. Tabelle).
In diesem Zusammenhang wurde auch auf die Problematik von Äquivalenzskalen
eingegangen, d.h. auf die Frage, wie Haushalte verschie-dener Größenordung
vergleichbar gemacht werden. Schließlich wurde im Hinblick
auf die praktische Umsetzung nach geeigneten Datensätze für
Deutschland gesucht, wobei Unterschiede in der Erhebung der Einkommen
berücksichtigt werden. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt,
dass als sowohl die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) als
auch und das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) als Datengrundlagen
für ein familienbezogenes Einkommensmonitoring in Frage kommen.
Beide Datensätze bieten die Möglichkeit einer differenzierten
Analyse von Einkommenskomponenten auf verschiedenen Ebenen.
2. Entwicklung eines Simulationsmodells
Das Ziel, die Lebenssituation und die finanzielle Lage der Familien
zu verbessern, wird mit verschiedenen familienpolitischen Maßnahmen
verfolgt. Dabei sind Maßnahmen zur Erhöhung der verfügbaren
Einkommen durch geringere Steuerbelastung und höhere Transferzah-lungen
(Steuerreform, Kindergeld) zu unterscheiden von solchen zur besseren
Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder der Verbesserung der Möglichkeiten
eigener Erwerbstätigkeit (flexible Arbeitszeiten, institutionelle
Kinderbetreuung etc.).
Die Wirkungen solcher Maßnahmen auf die Einkommensverteilung
sind allerdings sehr kom-plex und auf den ersten Blick oft nicht
erkennbar. Schließlich sind zum einen verschiedene Familienformen
(Alleinerziehende, kleine, große Familien etc.) zu berücksichtigen
und zum anderen reagieren Familien auch, d.h. sie passen ihr Verhalten
- vor allem ihre Erwerbstätigkeit - unterschiedlichen Rahmenbedingungen
an.
Zielsetzung des Folgeprojekts ist es daher, ein Simulationsmodell
zu entwickeln, mit dem die Wirksamkeit ausgewählter Maßnahmen
im Hinblick auf unterschiedliche Familienformen analysiert werden
kann, um die Effekte bzw. Effektivität solcher Maßnahmen
differenzierter und präziser bestimmen zu können. Hierzu
ist es erforderlich, das komplexe Bedingungsgefüge moderner
Familienhaushalte zu modellieren.
Im Rahmen des Projektes wird ein Modell entwickelt, mit dem die
Strukturen der Erziehungsgeldgesetze auf Bundes- und Ladensebene
abgebildet werden. Das Modell wird sodann darauf getestet, wie genau
die simulierten Werte der Realität entsprechen. Nach erfolgreichem
Test kann es Modells zur Simulation der Auswirkungen von neuen Maßnahmen
bzw. Änderungen der entsprechenden Regelungen eingesetzt werden.
So könnte z.B. geschätzt werden, wie sich die Erhöhung
der Freibeträge für das Erziehungsgeld auf den Kreis der
Anspruchsberechtigten und die Verteilung ihrer Einkommen auswirkt.
Eine erste Version des Simulati-onsmodells wird bis Mitte 2005 fertig
gestellt.
Veröffentlichungen:
Johannes Schwarze: Familienbezogenes Einkommensmonitoring.
Konzepte und Daten, ifb-Materialien Nr. 8/2003.
Projektinfo
Eigenprojekt; gefördert durch das Bayerische Staatsministerium
für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen
Projektleitung und -bearbeitung: Prof. Dr. Johannes Schwarze, Dipl.-Soz.
Harld Rost (Tel. 0951/96525-18)
|